
Momentan ist es 08.00 Uhr morgens am München Flughafen. Ich steh so mit meinem Gepäck vor dem Atlanta Flugschalter. Auf den Rücken einen 15 kg schweren Fotorucksack und in der Hand einen Trolly mit den restlichen Zeugs, sprich Bekleidung, Stative, Pflegeartikel, was man halt so braucht. Eine reizende Dame überprüft meinen Reisepass. Ach sie fliegen Sonntag den 19.08.07 schon wieder heim? (Nur so als kleine Info: Heute haben wir Freitag den 17.08.07) Was machen sie denn so kurze Zeit in den Vereinigten Staaten von Amerika? Kann ich mal bitte ihre Einreiseadresse haben? Tja, wenn man die hätte! Und so begann die Mission. San Diego auf 1,5 Tage erleben. Skaten, neue- sowie bekannte Leute treffen. Demnach war der Hauptgrund dieser Reise nicht das abhängen und chillen am wunderschönen Beach, sondern die Dokumentation eines Tourstops. Eine Mission wartete auf mich und die begann schon um 08.00 Uhr morgens am Airport (MUC). Die Einreiseadresse fehlte, was soll ich machen? Ohne dieser würde ich in Atlanta am Passport die rote Karte bekommen. War jetzt alles umsonst? Ne, Gott sei Dank gibt es in unserer Zeit Mobiltelefone und da der Kontakt zu meinen Teammanager sehr gut war, erreichte ich den auch nach sage und schreibe zehnmaligen anrufen. 09.00 Uhr: Ich bin endlich eingecheckt und die letzten Zigaretten vor meinen zehnstündigen Transatlantikflug wurden durchgezogen. Die hälfte des Fluges haben wir nun erreicht. Jetzt hab ich bestimmt schon 3 mal Spiderman 2 gesehen. Ebenso war die Verpflegung wie auch erwartet, Fastfood orientiert. Chicken auf Honigsauce, Cheese & Krackers und jede Menge Chips. Zwischenzeitlich musste ich noch den ganzen Bürokratiekram, der für meine Einreise anfiel, noch erledigen. Landeanflug nach Atlanta.

Jacke Johnson – Bs Libslide

Zeitverschiebung, 8 Stunden zurück. 02.00 pm: Nicht ohne Grund spricht man hier vom weltgrößten Flughafen. Mit U- Bahnen fährt man hier die Gates ab. Zu Fuß wär zu hart. Denke mal 20 Minuten Gehzeit von Gate A nach B. Die Größe ist unwahrscheinlich, einfach faszinierend. Mein Anschlussflug nach San Diego /Ca, sollte erst in 2 Stunden gehen. Erstmal was essen gehen. Ich glaub auf die Strecke zu meinen Gate, bin ich Minimum von zehn Fastfood Ketten vorbeigeschlendert. Wichtig war erstmal eine Smoking Area, die ich auch fand. Die restliche Zeit verbrachte ich natürlich hier. Denn mein Innlandsflug sollte genau 4,5 Stunden dauern. Da muss man schon mal Konsequenzen setzen und statt was zu Essen, das Rauchen lieber bevorzugen. Nun bin ich 16 Stunden auf den Füßen, drei Zeitzonen durchquert, maximal 4 Stunden geschlafen; bald könnte der Jetleg eintreten. Woah ich hab’s geschafft. Angekommen in Californien. Der Airport von San Diego enthält nicht mal ein viertel der Größe von Atlanta. Und bevor man sich verschaut nimmt man die erste auf sich bezogene Stimme war.

John Dichtl – Big Spin Flip
Hey Flo, What’s Up? Ich fühl mich irgendwie sehr erleichtert, denn der ganze Stress ist vorerst vorbei. An meinen schlimmsten Befürchtungen war keineswegs zu denken. John und Mitch saßen an der Eingangshalle um mich in Empfang zu nehmen. Geile Scheiße, ich fühl mich wie zuhause. Der Trip nimmt schon langsam Realität auf mich. Kann es kaum glauben nach der langen Flugdauer irgendwo tausende Kilometer von Deutschland entfernt zu sein und dort ebenfalls noch, einen meiner besten Homie’s, zu treffen. Raus aus dem Flughafen. Back to the Streets. Erstes Ticket kassieren. Rot über die Ampel gehen. Tja das kostet. Jedoch war Mitch (Teammanager von Odeus Apparel) so scharmant und hat schnell mal 50 Dollar Strafe durch einen kleinen Flirt mit der Politesse vermieden. Im Tourvan wartete schon die restliche Crew des Teams, die mich mit voller Freude in Empfang nahmen. Schön zu sehen, muss man echt los werden.

So erstmal was zum Team bzw. Odeus Apparel: Die Company kommt aus Salt Lake City, produziert Decks sowie Clothing und bewegt sich samt ihrem Team, seit dem 11.08.07, quer durch die Westcoast. Das Team bestand aus einem Filmer (Dave), Teammanager (Mitch), Rider John Dichtl (GER), Jacke Jones (US), Miles Crum (US) und mich als Photographer. Die anderen Teamfahrer hab ich leider nicht mehr kennen gelernt, da sie vorzeitig aus Gründen von Zeitmangel die Tour beenden mussten. Ach ich hab noch einen Passagier an Board vergessen. Eine Sie, eine süße Sie. Adriana hieß Sie genau. Ne nicht die Tourschlampe, sondern ein echter Pitbull. Mitch’s Hund, der uns überall stets begleitete.

Auf zu unserer Unterkunft. Nach zwei Bierchen habe ich den Sandmann gesehen. Fertig für heut! Will ja morgen den ganzen Tag durcharbeiten. Darum muss ich fitt sein und nicht den Jetleg mutwillig herausfordern. Denn der kann grausam sein. Aufgewacht schon um 08.00 AM Die ersten californischen Sonnenstrahlen blenden in meine Augen. Verdammt ist das Wetter schön. Ich nehme mal an, das es schon 25° hat. Dunkelblauer Himmel. Perfekt für Fotos. Man bin ich motiviert. Die anderen mussten aufgeweckt werden. Um 10.00 am kamen wir dann raus. Der erste Spot sollte eine Highschool mit einem famous Curbspot sein. Diesen müsse man vom 411vm #67 – Rob Dyrdek Day in the Life kennen. Ein Rundcurb. Perfekt gewachst und locker 4 Meter lang. Jacke nahm sich den mit Bs Libslide vor. Die erste Sequenz war in der Tasche. Was für eine Erleichterung für mich. Trotzdem bat ich Jake den selben Trick noch als Stillshot zu machen. Kein Problem, Second Try auf dem Film belichtet. Es läuft wie geschmiert. Die Dudes und ich sind motiviert zum rippen. Unterhalb dessen befand sich ein Bankspot den man auch aus unzähligen Videos schon kennt.
Miles Crum – Nollie into Bank
Miles Crum – Switch Heelflip
John zeigt hier perfekte Big Spin Flips. Schon kam die Sequenz Cam wiederholt zum Einsatz. Das Baby wurde gecheckt. Nächster Spot war ebenfalls eine Schule. Jedoch musste vorerst ein 3 Meter hoher Zaun bestiegen werden, um überhaupt den Spot erreichen zu können. Es waren vierer Blöcke, allerdings vor den Blöcken ein 2,5m weiter Erdhaufen. Diesen Spot ließ sich Jacke wiederholt nicht nehmen. Ollie über den Erdhaufen, über die vierer Blöcke bis ins Flat war angesagt. Damn, und er machte es auch. Die meisten von uns konnten es gar nicht glauben. Wir standen alle am Schuldach und haben das Geschehen von der geilsten Perspektive miterlebt. Der Mittelfinger Richtung Spot wurde genehmigt! Jacke war bratfertig, hatte einige krasse Slams einstecken müssen. Hab ich was vergessen? Jaaa da war noch was. Tim befand sich in Bezug auf seiner Amerikarundreise ebenfalls in San Diego. Natürlich hat er uns den Samstag begleitet und ich fand das so super, alle vereint zu haben. Sich einfach mal wo anderes, spontaner Weise zu treffen. Drei Deutsche und vier Amis sind nun an Board. Mitch fand dies genau so lustig. Sagte nur noch “Oh my God, so many German’s here” Essen war angesagt. McDonalds ist einfach so cool in den Staaten. 2,5 Liter Cola und BigMac als Doppelte Größe. Übertrieben geil. Anschließend ging es wieder zurück ins Hotel. Der Pool musste dringend ausgenutzt werden. Und das tat auch gut. Momentan berechne ich so schätzungsweise 38° im Schatten. 30 Minuten baden kann so entspannend sein. Danach begaben wir uns zum nächsten Spot! “The Chain” Bekannt aus dem Transworld Anthology. Eine rote Bank mit Kette davor, genau am Hafen von San Diego. Es herschte Sonnenuntergang und die Motivation zum fotografieren wurde immer größer. Miles bearbeite den Spot mit Nollie into Bank und Switch Heelflip into Bank. Jacke jedoch nur Fakie Half Cap 180° Der Spot geht natürlich an Miles. Und was hat er gewonnen? 40 Tackos bei El-tacko. Natürlich haben wir ihm mit seinem Preis reichlich Unterstützung geliefert.

Jacke Johnson – Big Ollie
Nebenbei so ne kleine Tourinfo: Sagt jemand zu dir “Take a Cartwheel” So hast du ein Rad zu schlagen (egal wo) tust du das nicht. Darfst du keinen auffordern eins zu machen. Und das die ganze Tour mehr. So kam es das auch in Fastfood Restaurants Räder geschlagen wurden. Wie crazy! Der letzte Spot befand sich knapp 40 Minuten außerhalb von San Diego. Ich glaub wir fuhren Richtung Carlsbad. Eine fette 12er Treppe mit Rail. Das Rail war leider genoppt. Jedoch die 12er perfekt. Anfahrt und Landung unglaublich schick. Und zu wiederholten Male ernannte sich Miles zum Spotking. Switch Ollies über 12 Stufen Rails sieht man nicht alle Tage. Er machte diesen mit Leichtigkeit. Den Rest der Nacht fuhren wir bissl durch die Gegend um noch einen Spot ausfindig zu machen. Leider nichts mehr gefunden. Auf Grund dessen beendeten wir die Session. Auch die Müdigkeit aller Beteiligten war stark anzusehen. 04.00 am, mein Flug Back To Germany geht in 4 Stunden. Ein Abschlussbier muss aber sicherlich noch drin sein. Dave, Jacke und Miles gingen pennen. Mitch und John brachten mich zum Flughafen.
Miles Crum – Switch Ollie
Oh man, sich zu verabschieden ist immer so traurig. Vor allem wenn man auf so ne kurze Zeit eine ziemlich gute Freundschaft aufgebaut hat. John kenn ich schon länger aber die anderen erst seit 1,5 Tage. Mir kommt es grad so vor als wären es schon 1,5 Jahre gewesen. Bye San Diego!
Welcome Atlanta Airport!Hier werd ich meinen Schlusssatz los. Die Welt ist einfach so klein und das find ich dermaßen fein. Denn wenn man am weltgrößten Flughafen in irgendeinem kleinen verdreckten Rauchzimmer, jemanden aus seiner Heimatstadt trifft, dessen Geschehen nicht geplant war, weiß man das sich in unserem Zeitalter definitiv alles ermöglichen lässt. Sogar für ein Wochenende in die USA zu reisen. Ein großes Dankeschön geht an “Odeus Apparel” War ne hammer, allerdings auch ne kurze Zeit. Demnach sagt man doch so schön: “Klein aber fein” oder “Peanut Butter Jelly Time” We will see us in January!
Hold on and “Just a fucking Tip!
www.odeusapparel.com
