How to do Skatevideos
In Zeiten in denen eine Videokamera, und sei es nur eine billige Handycam, zum ständigen Begleiter geworden ist und dadurch die Dokumentation selbst alltäglicher Vorgänge am laufenden Band betrieben wird, ist es natürlich klar, dass gerade Skateboarding in geradezu inflationärem Maße für die Nachwelt festgehalten wird. Videos waren schließlich seit Anbeginn ein wichtiger Teil von Skateboarding, und irgendein Homie ist schließlich immer am chillen, um die Kamera in die Hand zu nehmen, damit man am Abend nach der Session selbst auch noch mal seine astrein ans Curb gezauberten 5-0’s ansehen kann. Das Problem ist oftmals nur, dass der fertig geschnittene Videopart aus irgendwelchen Gründen nicht annähernd so geil aussieht, wie die Sachen die namhafte Amipros abliefern. Dem kann allerdings Abhilfe geschaffen werden. Einfach nur ein paar Dinge beachten und schon seid ihr der nächste Videostar.
1.) Der Hallenclip:
Eine Zeit lang war alles außer Streetskating in Videos verpönt, doch die Berrics haben es salonfähig gemacht, Rampen in staubigen Katakomben zu rippen. Gott sei dank, werden da viele sagen, immerhin ist man in Deutschland nicht durchgängig mit gutem Wetter gesegnet und außerdem ist es halt mal viel einfacher in der lokalen Halle filmen zu gehen, als an weit entfernten Streetspots mit schlechtem Boden und nervigen Anwohnern. Damit der Hallenclip aber nicht zu dröge gerät und aussieht wie die 18 Millionen anderen im Netz, gibt es ein paar einfache Möglichkeiten zum auffrischen des Videomaterials. Als erstes natürlich wenig Licht. Niemand will eine triste Industriehalle mit Holzrampen darin im Hintergrund sehen. Es reicht das gefahrene Obstacle auszuleuchten. Das gibt der Sache gleich etwas Mystisches. Dazu passt perfekt sphärische LSD Musik oder gerne auch „Nights in white Satin“, sowie die exzessive Verwendung von Zeitlupen, um das gebotene Techgezauber auch ordentlich darzustellen. Der Betrachter wird sich schon jetzt wie in einer düsteren David Lynch Phantasie fühlen, was das Skating natürlich enorm beeindruckender empfinden lässt. Ins Absolute gesteigert kann das dann noch durch den Einsatz einer Nebelmaschine (kennt ihr vom Autoscooter, oder) und die Verwendung absurder Verkleidungen werden. Solch einen Hallenclip, wie den aus dem „Wake Up“ Video von Konstantin Fuchs oder den vom Mob sieht man jedenfalls nicht alle Tage:
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2.) Der Moshclip
Für einen astreinen Mosh Clip muss man natürlich leiden und das darf man ruhig sehen. Harte Slams hineingeschnitten, unterstreichen die Härte deiner Tricks nur. Dass es sich bei den Spots auch nur um die härtesten dreht ist natürlich klar. Falls es jedoch mal nicht für El Toro gereicht hat, dann halt einfach die Todeslinse drauf und das Set schön von unten filmen, so dass auch der Kickflip die dreier Treppe vorm heimischen Rathaus runter aussieht, als wäre er über zwanzig Stufen geballert. Lediglich der Ender muss wirklich von dramatischer Brachialität zeugen und das bezwungene Gap in voller Größe abbilden. Das Ganze dann mit ordentlich krachender Punk Mukke oder derbem Hardcore Gerotze untermalt und gut ist. Langwieriges Lines Filmen oder aufwändiges Editing stören hier nur unnötig. Einfach die härtesten Banger zusammengepackt, mit dem Schnittprogramm noch ein paar Störungen ins Bild gebaut und schön auf die Kamera gespuckt, schon bezeichnet man dich als die härteste Sau in der Gegend. Wie man allerdings auch ohne großkotziges Gehabe ein echter Mosher wird, zeigt Mark Frölich in „Mosh it Down“.
3.) Der Artsy-Fartsy Clip
Der Gegenentwurf zum Mosh Clip. Hier heißt es beim editieren einige Skills zu besitzen. Aber auch schon beim filmen muss darauf geachtet werden, die richtige Footage in den Kasten zu bekommen. Unabdingbar für einen echten Artsy-Fartsy Clip sind Aufnahmen von fliegenden Vögeln (am besten Möwen), Sonnenuntergängen und Wolken oder Großstadtverkehr im Zeitraffer. Auch gerne genommen sind Lifestyle Shots die euch verträumt am Lagerfeuer mit Gitarre oder beim rauchen und tiefgründig in die Ferne blicken zeigen. Achtet dabei aber stets darauf, dass eure T-Shirts und Hemden größe S besitzen, ihr eure Hosen hochkrempelt und die Leinenschuhe dünn wie Butterpapier sind. Die Krone könnt ihr dem Ganzen natürlich aufsetzen, wenn ihr mit Super 8 Kamera filmt. Falls euch das zu umständlich ist, tut es aber auch der Emulator für’s iPhone. Zum Schluss müsst ihr alles noch zu einem möglichst unbekannten Folk Song oder dem Sound einer sowohl kredibilen wie unbekannten Indieband schneiden und einige Editing Fähigkeiten beweisen. Grundsätzlich könnt ihr zwar mit Schlichtheit immer punkten, aber ein paar Animationen von ins Bild rankenden Pflanzen oder Insekten schaden auch nicht. Alles was ausdrückt wie feinsinnig und intellektuell ihr seid zählt.
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4.) Der Party Clip
Ihr seid nicht der beste Skater vor dem Herrn, zum klären von dicken Rails fehlen euch die nötigen Eier und trübsinnig ins Nichts blicken zählt auch nicht zu euren Stärken? Trotzdem müsst ihr nicht verzweifeln, denn es gibt noch eine Möglichkeit um mit einfachen Mitteln einen Clip zu zaubern, der euch auf ewige Zeiten ins Gedächtnis aller brennen wird. Wie das geht? Ich sag mal so: Die CKY Videos kennt man, auch wenn das Skating darin nicht unbedingt der Wahnsinn war. Gemeint ist damit, gerade die Generation Youtube ist für Schwachsinn jeglicher Art zu begeistern. Ihr braucht es noch deutlicher? Also: exzessive Trinkorgien, das darauf folgende Gekotze, Aktionen mit Feuerwerk, zügellose Feierei, Selbstzerstörung jeglicher Art und natürlich jede Menge Nacktheit (Vorzugsweise von hübschen Mädels, im Notfall müsst ihr selbst blank ziehen). Dazu noch ein paar Boneless Variationen, Early Grabs und sonstige Spaßtricks eingebaut und schon gilt man als der neue Simon Woodstock / Bam Margera. Da fällt es gar nicht auf, wenn ihr mongo pushed und nur Raketen Kickflips könnt, alle werden lediglich feiern wie krass und anders ihr seid und mit euch auf Tour gehen wollen. Außerdem mal ehrlich: Ist es nicht cooler ein geiler Typ als nur ein guter Skater zu sein? Maik Münzer gibt euch die Antwort.
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von Schwingen








